Module

Das Kontaktstudium Deutsch als Fremdsprache /  Deutsch als Zweitsprache erstreckt sich über ein Semester und besteht aus drei Modulen:

A Grundlagen  |  B Vertiefung  |  C Praxis

 

 


A Grundlagen

1. Einführung in das Fach Deutsch als Fremdsprache / Deutsch als Zweitsprache


2.    Grundlagen der Linguistik

  • Die Studierenden erhalten einen Überblick über und eine Einführung in die verschiedenen Teildisziplinen der deutschen Sprachwissenschaft.
  • Die Studierenden können Methoden aus den verschiedenen linguistischen Teildisziplinen anwenden, um Sprache angemessen zu analysieren (z.B. lautliche Struktur, Wortarten, morphologische Markierungen, Satzbau/Wortstellung).
  • Die Studierenden begreifen die Systemhaftigkeit und den Variationsspielraum von Sprachstrukturen. Sie erkennen ihren Zusammenhang mit der Verwendung von Sprache in unterschiedlichen kommunikativen und sozialen Kontexten.
  • Die Studierenden lernen unterschiedliche Werke und Hilfsmittel kennen, in denen die deutsche Sprache kodifiziert ist und durch die Normorientierungen vermittelt werden (Grammatiken, Wörterbücher, Internetressourcen).

3.    Spracherwerb und Mehrsprachigkeit

In dieser Lehrveranstaltung geht es zunächst darum, zu erfassen, was Sprache ist und was es zu erwerben gilt. Wie wir Sprache erwerben und welche Rolle Lerner-inhärente vs. Lerner-externe Faktoren dabei spielen, wird je nach spracherwerbstheoretischem Ansatz unterschiedlich ausgelegt. Darüber hinaus können wir zwischen verschiedenen Formen des Spracherwerbs unterscheiden. Insbesondere der Zweitspracherwerb ist hier differenziert zu betrachten. So können wir diesen nicht nur hinsichtlich seiner zeitlichen Abfolge (simultaner vs. sukzessiver Erwerb beider Sprachen), sondern auch, insbesondere im sukzessiven, späteren Erwerb einer zweiten Sprache, hinsichtlich seines Kontextes (Deutsch als Zweit- vs. Deutsch als Fremdsprache) unterscheiden. Damit soll den Teilnehmern der Veranstaltung ein Verständnis für die Komplexität der Lebens- und Lernsituationen der Zugewanderten vermittelt werden, aus denen sich die unterschiedlichen Bedingungen des Zweitspracherwerbs ableiten lassen.

Des Weiteren soll das Thema Mehrsprachigkeit im Unterricht unter Berücksichtigung aktueller Forschungsergebnisse näher beleuchtet werden. Diese zeigen die Potenziale und Herausforderungen von Zwei- und Mehrsprachigkeit auf. Mögliche Lösungsansätze in Form von didaktischen Strategien sollen gemeinsam mit den Teilnehmern erarbeitet werden, um Mehrsprachigkeit im Unterricht zuzulassen.

4. Interkulturelles Lernen: Kompetenzen stärken und Lernprozesse verstehen

Inhalte und Ziel des Seminars

  • Eigene und fremde kulturelle Prägung verstehen lernen
  • Abbau von Vorurteilen und Stereotypen
  • Ambiguitätstoleranz entwickeln
  • Umgang mit unterschiedlichen Wertvorstellungen
  • Vielfalt und Andersartigkeit als Potenzial nutzen können
  • Kommunikationskompetenz stärken


 B Vertiefung

1.    Unterrichtsplanung unter Einbeziehung von Lerntyp und Methodenauswahl sowie Fehlermanagement im Unterricht.

Das Kursmodul soll die Teilnehmer in die Lage versetzen, Unterricht methodisch sinnvoll zu planen und zu strukturieren. Dabei soll den Teilnehmern verdeutlicht werden,  welche Methoden und Sozialformen  für welche Lerninhalte und Lernziele geeignet sind. Im Rahmen einer Unterrichtsfeinplanung und Kurzlehreinheit sollen sie diese Aspekte am Ende der Veranstaltung mit vorgegebenem Zeitrahmen vorstellen und begründen. Im Rahmen der Unterrichtsplanung soll ein besonderes Augenmerk auf verschiedene Arten von Fehlerkorrektur gelegt werden.

Ziele der Veranstaltung:

Stoffverteilungsplan allgemein für Integrationskurse, Binnendifferenzierung und deren methodische Umsetzung, Lernertypologie und Lehrstrategien, teilnehmerorientierte Planung, teilnehmeraktivierende Planung, Sozialformwechsel, Übungstypologien und Arbeitsanweisungen, Fehlertypologien, Fehlerkorrektur versus Fehlertherapie und damit verbunden: Entwicklung von Sprachbewusstsein.

2.    Neue Medien im DaZ-Unterricht

Inhalte:

  • Technisches Basiswissen
    • Übersicht über den aktuellen Stand der Technik und seine Anwendungsmöglichkeiten im Unterricht (Ausstattung, Konfiguration, Betriebssysteme, Geräte);
    • Geräteauswahl für Präsentationen (Laptop, Tablet);
    • Übertragung von Inhalten an den Beamer/Monitor(Kabelgebunden oder kabellos über AirPlay- und Miracastprotokolle);
    • Fernbedienung von Funktionen der PC-Anwendungen über Smartphone;
    • Vorbeugung von technischen Pannen (und Peinlichkeiten).
  • Präsentationsmöglichkeiten
    • Eignung und lernfördernde Eigenschaften der Präsentationsprogramme (z. B. PowerPoint, Keynote, internetbasierte Präsentationstools);
    • Nutzung von unterrichtstauglichen Anwendungen (z. B. Tablet-Apps, OneNote, Evernote, SimpleMind).
  • Rhetorik- und Präsentationstechniken
    • Aufbereitung der Lehrinhalte nach Kriterien menschlicher Wahrnehmung (z. B. Anschaulichkeit, Informationsverarbeitung, Nachhaltigkeit);
    • Dramaturgische Gestaltung des Settings "Technik - Redner - Publikum".
  • Einsatz von audiovisuellem Lehrmaterial im Sprachunterricht
    • Podcast als akustisches Erlebnis;
    • Fundgrube Internet: Seiten mit unterrichtstauglichen Materialien.

3.   Sprachliche Mittel u. Ihre Vermittlung: Phonetik u. Orthographie, Wortschatz, Grammatik

2-tägig:

Neurodidaktische Grundlagen des Lernens

Sozial- und Übungsformen im DaF-Unterricht

Stellenwert von Grammatik und Wortschatz im DaZ-Unterricht

Didaktik und Methodik zur handlungsorientierten Vermittlung und zum Einüben von Wortschatz

Methodik zur handlungsorientierten Vermittlung von Grammatik

Grammatikübungen in Szenarien

(Binnendifferenzierung im DaZ-Unterricht könnte bei Bedarf dazu kommen, sollte dann aber auch die Fertigkeiten LV/HV/Schreiben und Sprechen betreffen)

1-tägig:

Projektarbeit im DaZ-Unterricht


 C Praxis

1.    Zielgruppenorientierte Lese- und Höranlässe im DaF-/ DaZ-Unterricht

  • Das Ziel des Seminars ist die rezeptiven Fertigkeiten Hörverstehen und Leseverstehen im Unterricht zu trainieren.

  • Übungen zum Hörverstehen

  • Lesestrategien und Leseziele erarbeiten

  • Beschreibung der Zielgruppen und deren spezifischen Lernziele

  • Interkulturelle Sensibilisierung in Abhängigkeit zu spezifischen Zielgruppen insbesondere muslimische Kulturen

  • Heterogene Gruppen: Binnendifferenzierung

  • Fehlerkorrektur

2.    Sprechen  und Schreiben im DaF-/ DaZ-Unterricht. Ein Blick in die Lehrwerke und darüber hinaus

Inhalte:

  • Sprechen im DaZ-Unterricht
  • Schreiben im DaZ-Unterricht
  • Kombinierte Fertigkeiten im DaZ-Unterricht
  • Fehler und Fehlerkorrektur im DaZ-Unterricht
  • Testen und Prüfen im DaZ-Unterricht

3.    Praxisbezogener Einblick über die produktiven Fertigkeiten im DaF-/ DaZ- Unterricht

Das Praktikum erstreckt sich über 28 UE = 21 Zeitstunden. Pro Tag sind 2 UE angedacht. Zur Erreichung dieser 21 Zeitstunden sind auch andere Verteilungen möglich. (außerhalb des Hochschulsystems erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten können angerechnet werden. Über die Anerkennung entscheidet der Prüfungsausschuss auf schriftlichen Antrag, weitere Details unter Studien- und Prüfungssatzung).